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1 Der Verfasser ist u. a. teilhauptamtlicher Arbeitsgemeinschaftsleiter für Rechtsreferendare beim Regierungspräsidium Chemnitz und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung in Meißen.
2 Die Klausur ist den Sachverhalten der Entscheidungen des OVG Weimar, NVwZ-RR 1997, 287 (Beschluss vom 9. 8. 1996) und des OVG Greifswald, LKV 1999, 232 (Beschluss vom 31.7. 1998) nachgebildet. Sie könnte in der zweiten juristischen Staatsprüfung oder als Abschlussklausur an der Fachhochschule bearbeitet werden.
3 Zur Vermeidung von Wiederholungen: Siehe die entspr. Prüfung bei Weber, Der praktische Fall: Der erfolglose Makler,VR 2002, 276, 278.
4 Allgemein zum Verwaltungsaufbau in Sachsen siehe Weber, Zum Aufbau der Verwaltung im Freistaat Sachsen, apf 2001, Landesbeilage Sachsen, S.81 ff.
5 Wegen des Gesetzesvorbehalts (Art. 20 III GG) steht am Beginn der Begründetheitsprüfung die Frage nach der Rechtsgrundlage, auf weiche sich die Behörde bei dem belastenden VA stützt: BVerwG, NVwZ 1999, 991, 992 (konkret bei § 15 I VersG siehe z. B. OVG Weimar, Fn. 2; VGH Mannheim, NVwZ 1995, 504, 505; OVG Greifswald, LKV 1999, 232, 233; ganz aktuell OVG Bautzen, SächsVBl. 2002, 216 und 218)
6 Allgemein zum Versammlungsrecht siehe Weber, Rechtsgrundlagen des Versammlungsrechts, Sächsische Verwaltungsblätter 2002, 25 ff.; konkret zum Vorrang des Versammlungsgesetzes z. B. Gusy, Aktuelle Fragen des Versammlungsrechts, JuS 1993, 555, 556; Mussmann, Allgemeines Polizeirecht in Baden-Württemberg, 4. Aufl., 1994, 5. 66 ff.; Kahl, JuS 2000, 1090, 1092.
7 So prüft z.B. das OVG Weimar, NVwZ-RR 1997, 287, 288, auch vor der materiellen Rechtmäßigkeit die formelle Rechtmäßigkeit (konkret die Frage der Anhörung vor Erlass des beiastenden VA gemäß § 15 I VersG, also einen evtl. Verfahrensfehler).
8 Zur Zuständigkeitsfrage nach dem VersG siehe z.B. VG Halle NVwZ 1994, 719; VG Düsseldorf, NVwZ-RR 1997, 185, 186; VGH Mannheim, NVwZ-RR 1995, 272 und NVwZ 1987, 237.
9 Siehe Fn. 5; würde die Behörde als Rechtsgrundlage für ihren belastenden VA z. B. § 3 I SPoIG (Generalklausel) benennen, so ergäbe sich die sachliche Zuständigkeit aus § 68 II SPoIG, d.h. die Ortspolizeibehörde wäre zuständig.
10 Dabei darf nicht übersehen werden, dass es hier nur um die formellen Anforderungen an die Begründung der Anordnung der sofortigen Vollziehung geht. Später, im materiellrechtlichen Teil der Prüfung (zum Schluss), muss natürlich auch noch die materiellrechtliche Prüfung der Voraussetzungen der Anordnung der sofortigen Vollziehung vorgenommen werden (§ 80 III VwGO): siehe z.B. VG Hannover, NVwZ-RR 1997, 622, 623 (Chaos-Tage), mit formeller Prüfung der Voraussetzungen der Anordnung der sofortigen Vollziehung zu Beginn der Erörterung und materiellrechtlichen Erwägungen am Ende der Begründung: ebenso OVG Bautzen, NVwZ-RR 1995, 443, 445.
11 Im konkreten Fall hatte das OVG Weimar (Fn. 7) Bedenken wegen einer fehlenden Anhörung.
12 OVG Bautzen, SächsVBl. 1997, 6, 9; das BVerfG (DVBI. 2001, 1054) spricht von einem “Totalverbot”.
13 BVerfG, NJW 1985, 2395, 2398 (Brokdorf); ebenso BVerwG, NVwZ 1999, 991, 992.
14 VG Hamburg, NVwZ 1987, 829, 831; OVG Bremen, D0V 1987, 253; VGH Mannheim, NJW 1998, 761, 762; OVG Weimar, NVwZ-RR 1997, 287, 288:
Zu den Eingriffsbefugnissen der Behörde bei den anderen Versammlungsarten siehe Weber, Fn. 6., S. 28 ff.
15 OVG Weimar, DÖV 1998, 123, 124.,, Mehrheit natürlicher Personen”
16 Jetzt auch BVerfG, DÖV 2001, 907, zur “Love- und Fuckparade”; OVG Münster, NVwZ 2001, 1316.
17 Grundlegend BVerfG NJW 1985, 2395, 2396 (Brokdorf); BVerwG NVwZ 1989, 872: OVG Bremen, NVwZ 1987. 235; VGH Kassel, NJW 1994, 1750; OVG Weimar, NVwZ-RR 1997, 287, 288: VG Hannover, NVwZ-RR 1997, 622 (“Chaos-Tage”).
18 BVerfG, Fn. 16.
19 BayObLG, NVwZ-RR 1995, 202: OVG Weimar, DÖV 1998, 123, 124.
20 Siehe z.B. Gusy, JuS 1993, 555, 556: Enders, JuS 2000, 883, 884.
21 Siehe Fn. 17.
22 Ständige Rspr. des BVerfG,z.B. NJW 2001, 1409, 1410; 2076.
jetzt wieder aktuell BVerfG NJW 2003, 3689
23 BVerfG, Fn. 17 (Brokdorf); OVG Weimar, Fn. 2.
24 OVG Weimar und OVG Greifswald, Fn. 2: OVG Bautzen, SächsVBl. 1998, 6, 8.
25 OVG Weimar, Fn. 2; unter Hinweis auch auf das BVerfG (Brokdorf); BVerfG, DVBI. 2000, 1121, 1122.
26 So ausdrücklich auch OVG Weimar und OVG Greifswald, Fn. 2.
27 OVG Weimar, Fn. 2
28 OVG Weimar, Fn. 27; Grundsätzlich in diesem Sinne BVerfG, NJW 1985, 2395, 2400 (Brokdorf); OVG Bautzen, SächsVBl. 1998, 6,10.
29 Das BVerfG betont in ständiger Rspr. die Bedeutung des Art. 21 GG: so z.B. NJW 1998, 3631; 2001, 2076, 2077; ebenso OVG Bautzen, SächsVBl. 1998, 6, 7.
30 So im konkreten Fall OVG Greifswald, Fn. 2: Ãhnliche Argumentation bei OVG Frankfurt, NJ 2002, 107, 108: das BVerfG (NVwZ-RR 2002, 500, 501) sieht auch die Möglichkeit der Erteilung einer Auflage nach § 15 I VersG, wobei jedoch strenge Voraussetzungen zu beachten sind: Diese präventive Maßnahme greift in die Meinungsfreiheit des Betroffenen nach Art. 5 I GG ein, außerdem wird das Grundrecht der Versammlungsfreiheit wegen der Beeinträchtigung der Möglichkeit kommunikativer Entfaltung in Gemeinschaft mit anderen Versammlungsteilnehmern betroffen.
zur Meinungsfreiheit im Versammlungsrecht jetzt aktuell wieder BVerfG NJW 2003, 3689, 3690
31 OVG Weimar, Fn. 2; OVG Frankfurt, Fn. 30: ähnlich BVerfG, DVBI. 2000, 1121, 1122.
32 BVerfG, NJW 1985, 2395, 2398 (Brokdorf), OVG Weimar, Fn. 2.
33 BVerfG, Fn. 32: das ist mittlerweile ständige Rspr. des BVerfG: NJW 2001, 1409, 1410; 2069: 2072; 2076.
34 Die Prüfungsreihenfolge innerhalb der materiellen Rechtmäßigkeit eines Eingriffsverwaltungsaktes lautet: vorab Tatbestand (mit den sog. unbestimmten Rechtsbegriffen), wenn der Tatbestand bejaht wird: dann Rechtsfolge und Störer (siehe hierzu Weber, Fn. 6, S.31, mit Hinweisen auf die Rspr.).
35 Siehe Fn. 10: diese Prüfung entfällt hier, da bereits die Tatbestandsvoraussetzungen des § 15 I VersG fehlen.
36 Dazu siehe Weber, Zur Tenorierung des Widerspruchsbescheides einschl, der Kostenentscheidung, apf 2000, 124 ff.
37 BVerwGE 68, 1, 3: 75, 107, 108. Dieses Problem stellt sich beim erfolglosen Widerspruch überhaupt nicht, siehe Weber, Fn. 36, S. 128 mit Hinweisen auf die Rspr.: praktisches Beispiel siehe die Klausur “Der erfolglose Makler”, VR 2002, 276, 280. Das Kostenrisiko trägt also der Widerspruchsführer, der zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme anwaltlichen Rates noch nicht überblicken kann, ob der Widerspruch Erfolg haben wird (BVerwG, NVwZ 1988. 721, 723).
38 BVerwGE 79, 117, 232.
39 OVG Greifswald, NVwZ 2002, 1129, 1130.
40 BVerwGE 55, 299, 306, und NVwZ 1983, 346; gegen eine enge Auslegung wegen der “schon weit fortgeschrittenen Spezialisierung auch im juristischen Bereich” VGH Kassel, NVwZ-RR 1996, 615, 616; die Herstellung völiger “Waffengleichheit” lehnt aber z.B. das BVerwG im Urteil vom 13.2. 1987 (NVwZ 1987, 883, 884) ab unter Hinweis darauf, dass die Verwaltung an das Gesetz gebunden und ohnehin noch der gerichtlichen Kontrolle unterworfen sei (ä hnlich auch VG Cottbus, LKV 1998, 321).
41 BVerwG DVBI. 1978, 630, 631; OVG Bremen, NVwZ 1989, 75; OVG Magdeburg, NVwZ-RR 2000, 842: nicht bei niedrig einzuschätzenden Schwierigkeiten der im Widerspruchsverfahren aufgeworfenen Fragen und geringem Umfang der Sache, also bei keinen besonderen rechtlichen oder tatsächlichen Problemen (OVG Greifswald, Fn. 39).
42 Konkret zu diesem Tenor beim erfolgreichen Widerspruchs siehe Weber, FN 36, S. 127
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